JET LEG – Biennale der Kunst und Kultur
1. Edition, Neapel 2021, 22. Mai – 18. Juni im Castel dell‘ Ovo
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• JET LEG
Neologismus:
Asynchroner Rhythmus nicht durch Zeitunterschiede,
sondern durch kulturell bedingte Einflüsse.
[Symptome und grundlegende Inhalte in Bezug auf die Definition von Jetlag* »Zeitzonenkater«]

Das bilaterale Projekt JETLEG initiiert nachhaltige künstlerische Austauschprozesse und Kollaborationen zwischen München und Neapel, um kreative Wege der Teilhabe zu eröffnen, transkulturelle Synergien zu mobilisieren und europäische Perspektiven zu beleben. Als offene Plattform und dynamisches Netzwerk verhandelt JET LEG virulente Fragen und Entwicklungen und bietet vielfältige Möglichkeiten des Dialogs, gemeinsamen Denkens und Handelns sowie der Reflexion der eigenen Position und Arbeitsweise. Ausgangspunkt bildet jährlich ein einmonatiger Aufenthalt in der jeweils anderen Stadt, der fünf Artists in Residence ermöglicht auf konkrete Situationen und soziale Realitäten zu reagieren: In enger Zusammenarbeit mit lokalen Akteur*innen, Institutionen und Initiativen schafft JET LEG Raum und Rahmen sich intensiv – individuell wie kollektiv – mit der regionalen Kunstszene sowie den ideellen und materiellen Bedingungen der kulturellen Produktion vor Ort auseinanderzusetzen.

Die erste Projektphase und Ausstellung findet unter der Schirmherrschaft und mit der Unterstützung des Goethe-Instituts Neapel, des Assessorato della Cultura e del Turismo di Napoli, des Kulturreferats der Landeshauptstadt München sowie der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. im Mai/Juni 2021 in Neapel in der renommierten Kulturinstitution Castel dell’Ovo und als Teil einer der wichtigsten Kulturveranstaltungen der Stadt, dem Maggio dei Monumenti, statt.
Teilnehmer*innen: Barbara Herold, Federico Delfrati, Danilo Bastione, Florian Huth, Claudia Barcheri, Special Guests: Martin Fengel, Olaf Metzel, Benedetto Piscitelli
Collaterali: Raquel Ro, Noëm Held, Felix Flemmer
Idee und künstlerische Leitung (Neapel/München): Danilo Bastione
Team: Sara Fosco, Carina Müller, Constanze Metzel

Edition 1: 22. Mai bis 18. Juni, Neapel

Ein Brief von Benedetto Piscitelli

03.04.2020

Compagno..
Hast du noch das schwarze Keyboard mit dem flammenden Sound?

Und kann es Blasinstrumente, wie eine Flöte, wiedergeben?
Können wir in einer Performance, die sehr an die Neunziger erinnert, die Improvisation eines Petrassi nachstellen?
Und vor allem das Werk: “Goffredo Petrassi - Concerto per flauto”?
Ich sympathisiere wieder mit dem Geist der nicht mehr jungen und schönen Marina Abramovic. Ich habe von ihrem Engagement gelesen, seit sie hier in der Stadt auf der Bühne der ‘Morra Foundation’ stand. Und hier in Neapel spielte sie mit dem Gefühl, das wir am schlechtesten ausdrücken. Die Scham.
Compagno..
Ich habe dreizehn weiße Leinwände, die ich in München ausstelle. Und dreizehn Biere auf Fahrrädern eingekühlt. Die Tempera begehrt mehr als Blut. Nicht ohne Grund bleichen Schränke vor Balkonen auf der ganzen Welt in der Sonne.
Die Fahrräder brauchen leider die Fahrt, aufsehenerregende und stampfende.
Ich würde gerne eine em.pe.drei aufnehmen. Einfach improvisieren. Ich möchte, dass Sie mein Keyboard auf Flöte stellen… und meine unkundige Finger werden den Rest erledigen.
Sie wird mit der höchsten gesetzlich zulässigen Lautstärke in diesem weißen Raum abgespielt. Dreizehn Leinwände bilden hyperkonzeptionelle Kruzifixe. Niemand wird in dem Raum ein Wort sprechen können. Und die Leinwände werden einen sehr komplizierten, vertikalen Pfad erzeugen.
Ein komplettes Erlebnis. Und desaströs.

Ciao, amico mio.
Ich warte auf dich.