JET LEG – Biennale der Kunst und Kultur
1. Edition, Neapel 2021, 20. April – 15. Mai im Castell dell‘ Ovo
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JET LEG »Asynchroner Rythmus durch kulturell bedingte Einflüsse«

Die bilaterale Platform versucht, im Kontext einer nachhaltigen interkulturellen Kollaboration kreative Wege der gesellschaftlichen Teilhabe zu eröffnen. Basierend auf dem Format »Artist-in Residency«, findet JET LEG erstmalig in Neapel, mit den Teilnehmern Barbara Herold, Federico Delfrati, Danilo Bastione, Florian Huth, Katie Jayne Britchford, Martin Fengel, Olaf Metztel, Benedetto Piscitelli, Atelier Noem Held und der Kunstoffwerkstatt, statt.

Das Netzwerk bietet den Künstler*innen vielfältige Möglichkeiten des Dialogs, gestalterischen Denkens und Handelns sowie der Reflexion der eigenen Identität und Arbeitsweise.

Der Arbeits- und Forschungsaufenthalt wird von einem umfangreichen Begleitprogramm (Diskussionen, Workshops, Exkursionen, Interventionen im öffentlichen Raum etc.) begleitet, der einen diskursiven und sozialen Austausch ermöglicht.

Questa è una didascalia da Napoli, 2020

Questa è una didascalia da Napoli, 2020

Zeit zur Vergnugung // Einigermaßen verschoben

Due to cancellation of the Neapel edition 2020, an immaterial residency exclusively takes place on the JET LOG journal.

Ein Brief von Benedetto Piscitelli

03.04.2020

Compagno..
Besitzest du immer noch diese schwarze, extravagant klingende Tastatur?
Und kann es Bläser spielen; wie eine Flöte?
Können wir in einer Aufführung in den neunziger Jahren die Improvisation eines Petrassi nachbilden?
Und insbesondere die Oper: ‘Goffredo Petrassi - Flötenkonzert’?
Ich sympathisiere wieder mit dem Geist der nicht mehr jungen und schönen Marina Abramovic. Ich habe ihr Engagement gelesen, seit sie die Szenen der “Morra-Stiftung” hier in der Stadt besucht hat. Und hier in Neapel hat sie mit dem Gefühl gespielt, dass wir das Schlimmste ausdrücken. Eine Schande.
Compagno…
Ich habe dreizehn weiße Leinwände, die ich in München ausstellen werde. Und dreizehn Biere auf Fahrrädern bei kaltem Wetter. Die Tempera sehnt sich nach mehr als nach Blut. Die Schränke draußen auf den Balkonen in aller Welt tünchen nicht ohne Grund in der Sonne.
Fahrräder brauchen leider das Fahren, das Erstaunen und stampfende.
Ich würde gerne einen emmepitrè schnitzen. Nur Improvisation. Ich möchte, dass Sie meine Tastatur auf Flöte stellen… und meine unvergänglichen Finger werden den Rest erledigen.
Die Wiedergabe erfolgt mit der gesetzlich erlaubten Höchstlautstärke im gesamten weißen Raum. Dreizehn Leinwände werden hyperkonzeptuelle Kruzifixe bilden. Niemand wird in der Lage sein, das Verb im Raum auszusprechen. Und die Leinwände werden einen sehr komplizierten vertikalen Pfad schaffen.
Eine vollständige Erfahrung. Und katastrophal.
Tschuss, mein Freund.
Ich warte auf dich.